20 Jahre Plan Deutschland

Bundespräsident Horst Köhler hat die Patenschaft für das weltweit 1 Millionste Plan-Patenkind übernommen. Bundespräsident Horst Köhler hat die Patenschaft für das weltweit 1 Millionste Plan-Patenkind übernommen.

Grußwort des Bundespräsidenten

Bundespräsident Horst Köhler ließ es sich nicht nehmen, anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums von Plan Deutschland ein persönliches Grußwort an alle Spender und Paten zu richten: "Zwanzig Jahre Plan International Deutschland e.V., das heißt zwanzig Jahre nachhaltiges Engagement für die Kinder in Entwicklungs- ländern, die ganz besonders auf Zuwendung und Schutz angewiesen sind.

 

Jedes Kind sollte eine Schule besuchen können und Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung haben. Damit das auf Dauer gelingen kann, unterstützt Plan Selbsthilfeprojekte, durch die nicht nur die Lebensgrundlage der Kinder, sondern ganzer Gemeinden auf Dauer verbessert werden.

 

Ein altes afrikanisches Sprichwort lautet: "Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf". Der Blick auf die Arbeit von Plan zeigt, dass dieses Sprichwort in etwas anderer Weise genau so wahr ist: "Wer einem Kind hilft, hilft einem ganzen Dorf".

 

Die Bilanz von Plan International Deutschland e.V. in den vergangenen zwei Jahrzehnten ist beeindruckend: Seit der Gründung des deutschen Büros in Hamburg im Jahr 1989 ist es Plan gelungen, bei uns mehr als 270.000 Patenschaften zu vermitteln und zu betreuen. Es freut mich sehr, dass so viele Mitbürgerinnen und Mitbürger sich dafür entschieden haben, Kindern aus Simbabwe, Bolivien oder Kambodscha oder aus vielen anderen Entwicklungsländern durch Übernahme einer Patenschaft oder durch Spenden eine Zukunftsperspektive zu geben.

 

Auch ich habe mich gerne dazu entschlossen, die Patenschaft für das weltweit millionste Plan-Patenkind fortzuführen, die bereits Johannes Rau von seinem Amtsvorgänger übernommen hatte. Es ist gut zu wissen, dass es mit der Hilfe jedes Einzelnen, der Plan International Deutschland e.V. unterstützt, gelingen kann, dass weniger Kinder auf dieser Welt Armut leiden müssen. Dass Kinder gut ausgebildet werden und sich gesund entwickeln können. Dass ihre Rechte geschützt und sie mit Würde und Respekt behandelt werden.

 

Kinder sind unsere Zukunft - überall auf der Welt. Wir alle tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass sie unter guten Bedingungen aufwachsen und sich entfalten können. Ich danke allen, die sich für diese Ziele einsetzen.

 

Ich grüße alle Paten und Spender, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Plan International Deutschland e.V. sehr herzlich und wünsche ihrer wertvollen Arbeit auch weiterhin viel Erfolg."

Antje Arold-Hahn Antje Arold-Hahn

Aktionsgruppen: Von Null auf Hundertvierzig

 

Antje Arold-Hahn gründete 1993 die erste Aktionsgruppe in Frankfurt - eine echte Pionierleistung. Gemeinsam mit anderen Patinnen und Paten organisierte sie etliche Veranstaltungen und Aktionen zugunsten von Plan und unterstützte später auch als ehrenamtliches Vorstandsmitglied dieses bundesweite Engagement. Antje Arold Hahn berichtet von den Anfängen:

 

"1992 kamen mein Mann und ich aus Bolivien zurück, erschüttert von der Armut der indigenen Bevölkerung. Wir suchten nach einer Kinderhilfsorganisation, die Hilfe zur Selbsthilfe leistet, eine nachhaltige Entwicklung gewährleistet und einen Kontakt zu den betroffenen Kindern und ihren Familien ermöglicht. In der Zeitung lasen wir von Plan, damals in Deutschland noch eine kleine, unbekannte Organisation - genau das, was wir suchten.

 

Wir übernahmen fünf Patenschaften und warben erfolgreich bei Freunden für die Übernahme weiterer, hörten aber auch immer wieder „Seid ihr sicher, dass das Geld auch ankommt?“ Deshalb fuhren wir ein Jahr später nach Ecuador und Bolivien, besuchten Patenkinder und Projekte, waren begeistert und überlegten, wie man Plan bekannter machen und weiter unterstützen könnte.

 

Engagierte Mitstreiter


Im Hamburger Büro wurde unser Vorschlag, eine Unterstützergruppe zu bilden, erfreut aufgenommen. Am 1. September 1993 mieteten wir einen Raum in einem Frankfurter Bürgerhaus, Plan lud alle Paten aus der Region ein und ich zeigte meine Dias aus Ecuador und Bolivien – mit dem Ergebnis, dass sich zehn Patinnen und Paten zur ersten Plan-Aktionsgruppe zusammenfanden. Wir trafen uns einmal im Monat und planten unsere Aktivitäten: mit Sonnenschirm, Tapeziertischen und selbst geklebten Info-Tafeln zogen wir auf Straßenfeste, organisierten Lesungen und Benefizkonzerte und fanden die Unterstützung des Oberbürgermeisters und immer wieder auch großzügige Spender.

 

Im Dezember1993 berichtete die Plan Post von unserer Aktionsgruppe. Bis Ende 1995 wurden 25 weitere Gruppen gegründet, heute sind es bundesweit mehr als 140. Mit der Zahl der Aktionsgruppen ist auch die Vielfalt ihrer Aktivitäten gestiegen. Im Vorstand von Plan gab es anfangs Überlegungen, für die Aktionsgruppen bestimmte Regeln einzuführen. Ich bin froh, dass dies nie geschah. Denn ich glaube, dass die freie Entscheidung, auf welche Weise man Plan unterstützen möchte, eine entscheidende Voraussetzung für das Engagement, die Phantasie und den Einsatz aller Aktionsgruppenmitglieder ist."

 

Aktionsgruppen heute: 

 

Wer von einer guten Sache überzeugt ist, holt gern andere mit ins Boot. Weit über tausend Paten engagieren sich in den mehr als 140 Aktionsgruppen ehrenamtlich, um Plan bekannter zu machen.  Auf vielfache Weise unterstützen sie Plan - mit oft sehr einfallsreichen Aktionen:

 

Auf Straßen- und Kulturfesten, Messen und Flohmärkten, in Kindergärten, Schulen, Kulturzentren und regionalen Netzwerken, mit Benefizkonzerten, Lesungen, Vorträgen und Infoständen, im Internet und in den lokalen Medien - das Engagement der Plan-Aktionsgruppen ist so vielfältig wie die Kreativität und der Elan ihrer Mitglieder. Viele Paten finden in den Aktionsgruppen eine sinnvolle, Freude schenkende Aufgabe - und auch der gemeinsame Spaß bei den Aktionen spielt eine wichtige Rolle.

 

Häuser in Vietnam, Schulen in Bolivien, Uganda und Liberia, Brunnen in Guinea, Kühe in Ruanda, Geburtsurkunden in Nicaragua, Wiederaufbau nach den Erdbeben in El Salvador und Pakistan, Hilfe für die Tsunami-Opfer - lang ist die Liste der Projekte, für die Aktionsgruppenmitglieder in ihrer Freizeit gesammelt haben. So kamen bereits über eine Million Euro an Spenden über die Aktionsgruppen zusammen.

 

Erfolgreiche Spendenaktionen


Neben ausverkauften Benfizkonzerten in Bremen, regelmäßigen Bücherflohmärkten in Bad Hersfeld und Hanau, dem jährlichen Stand auf dem vierwöchigen Münchner Tollwood-Weihnachtsmarkt und regionalen Kampagnen wie der "Fränkischen Bildungsschlange" tragen jedes Jahr viele Hundert große und kleine Aktionen dazu bei, andere Menschen von der sinnvollen Arbeit von Plan zu überzeugen.

 

Auch bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen im Rahmen von Plans Wanderausstellungen arbeiten die Aktionsgruppen vor Ort tatkräftig mit. Zunehmend beteiligen sich die Aktionsgruppen auch an Kampagnen wie "Deine Stimme gegen Armut", "Rote Hände gegen Kindersoldaten" oder "Mädchen in die Schulen".

 

Die Koordination, Ausstattung und Beratung der inzwischen über 140 Aktionsgruppen mit mehr als 1.000 Paten sowie deren Familien, Freunden und Bekannten wird seit dem Jahr 2000 durch einen Mitarbeiter im Hamburger Plan-Büro gewährleistet.

 

Gemeinsam mehr erreichen - machen Sie mit!


Die Aktionsgruppen mit ihren Kontaktpersonen und weiteren Informationen finden Sie hier oder unter www.plan-aktionsgruppen.de.