Wir unterstützen mit unseren Aktionen das Plan-Projekt: "Mädchen vor der Beschneidung schützen - Weibliche Genitalverstümmelung: Mali"
Das Einzelprojekt "Mali" ist nun abgeschlossen. Aber wir werden weiterhin das Plan-Projekt "Mädchen vor Beschneidung schützen" unterstützen.
Die weibliche Genitalverstümmelung ist in Mali über die Grenzen der religiösen, regionalen und Volksgruppenzugehörigkeit hinaus weit verbreitet.
Laut eines UNICEF Inocenti Research Center Berichts von 2005 sind in Mali 94 Prozent der weiblichen Bevölkerung beschnitten.
Je nach Volkszugehörigkeit und Bedeutung der Praktik für die Gemeinschaft kann das Alter des Mädchens von wenigen Wochen bis zum Alter von 15 Jahren und mehr betragen.
In Mali sind die Beschneidungsformen
- Klitoridektomie (Klitoris wird ganz oder teilweise entfernt)
- Exzision (Klitoris und die kleinen Schamlippen werden ganz o. teilweise entfernt)
- Infibulation (Totale oder teilweise Entfernung aller äußeren weiblichen Geschlechtsmerkmale; anschließend wird die Wunde zusammengenäht oder geheftet und eine kleine Öffnung freigelassen)
gängige Praxis.
Die Motive für die Durchführung der weiblichen Genitalbeschneidung sind vielfältig. So gelten beschnittene Frauen zum Beispiel als schön und rein. Die Beschneidung ist zudem Teil der Übergangsriten der Mädchen in das Erwachsenenleben, in denen sie auf ihre Rolle als Frau und Mutter sowie auf die Schmerzen bei der Geburt vorbereitet werden. Die Beschneidung stellt jedoch ein hohes gesundheitliches Risiko für die Mädchen und jungen Frauen dar. Häufig kommt es zu unmittelbaren Komplikationen sowie körperlichen und seelischen Spätfolgen.
Frauen, die nicht beschnitten wurden, haben in der Regel Schwierigkeiten einen Ehemann zu finden.
Schwerpunkt der Arbeit von Plan liegt auf der kritischen Auseinandersetzung mit der Tradition der Beschneidung, sowie auf der Aufklärung der Menschen über Kinderrechte und über die gesundheitlichen Folgen der Beschneidung.
(Quelle: Plan Deutschland)
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Einzelprojekt Mali - Mädchen vor Beschneidung schützen
Gemäß einer Schätzung des WHO leiden bereits 120 Millionen Mädchen und Frauen an den Folgen einer Beschneidung. Und jedes Jahr sind weitere 2 Mio Frauen und Mädchen der Gefahr der Beschneidung ausgesetzt. Die weibliche Genitalbeschneidung bezieht sich auf sämtliche Eingriffe, die zu einer totalen oder teilweisen Entfernung der äußeren Geschlechtsmerkmale führen. Diese Eingriffe werden aus kulturellen und nicht aus therapeutischen Gründen durchgeführt.
In Mali werden Beschneidungen von traditionellen Beschneiderinnen mit groben nicht sterilen Werkzeugen durchgeführt. Sie setzen bei dem Eingriff keine Betäubungsmittel ein und verwenden für das Stillen des Blutes und das Verheilen der Wunden traditionelle Verbände (Asche, Kräuter, Shea Butter, Kuhdung etc.). Es ist offensichtlich, dass diese Praktiken eine große gesundheitliche Gefahr für Tausende von Mädchen und Frauen darstellen, und dass sie später an körperlichen, gesellschaftlichen und psychologischen Problemen leiden werden. Aus einer demographischen Gesundheitsbefragung geht hervor, dass in Mali 94% der Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren beschnitten wurden. Seit 1996 hat Plan International Mali begonnen, den Kampf gegen die Beschneidung zu unterstützen und in Kooperation mit einer lokalen NichtRegierungsorganisation ein Pilotprojekt in der Region Sanankoroba ins Leben gerufen. Die zufriedenstellenden Ergebnisse haben zur Durchführung des Projekts in fünf weiteren Regionen geführt. Ziel der Maßnahmen ist, die Aufmerksamkeit für die vielfältigen Risiken der Beschneidung zu wecken, die Menschen für die Probleme zu sensibilisieren und so eine Veränderung des Verhaltens zu schaffen.
Ziele
Plan möchte mit diesem Projekt dazu beitragen, die Menschen für die vielen negativen Folgen der Beschneidung von Frauen und Mädchen zu sensibilisieren und so langfristig ihr erhalten ändern. Folgende Ergebnisse werden erwartet:
- in 34 Dörfer werden mit und für die Dorfbewohner Aufklärungskampagnen gegen die Beschneidung durchgeführt
- Radio-Programmen von jeweils 30 Minuten werden erstellt
- Aufklärungskampagnen und Informationsveranstaltungen werden speziell für die traditionellen Beschneiderinnen durchgeführt
- Lese- und Schreibschulung für Frauen und Mädchen, die für die Aufklärungskampagnen verantwortlich sind
- Informationsveranstaltungen zum Thema "Beschneidung" mit religiösen Führern
- Gründung von vier neuen Anti-Beschneidungsnetzwerken, die sich für die Umsetzung der gesetzlichen Richtlinien gegen Beschneidung einsetzen
- Schulungen von Gesundheitsbeauftragten und freiwilligen Gesundheitshelfern
Beaufsichtigung und Bewertung
Plan und die Partner treffen sich monatlich zum Erfahrungsaustausch und erstellen einen Bericht, der über die Aktivitäten und finanziellen Ausgaben informiert. Nach Beendigung des Projekts erhalten Sie eine Übersicht über alle durchgeführten Maßnahmen, mit einer genauen Erläuterung der erreichten Resultate und den neu gewonnenen Erfahrungen.
Dauer
Die Aktivitäten begannen im Juli 2004 und dauern bis 2012. Benötigt werden für das Projekt 322.000 EURO. Plan Deutschland konzentriert seine Spendenaktionen in Mali auf das oben genannte Projekt. Wenn Sie Interesse an weiteren Informationen über die Arbeit von Plan in anderen Ländern haben, rufen Sie unter der Telefonnummer 040 - 611 400 an.
Beschneidungsfreie Dörfer in Genua
Eine guineische Hebamme sagt "Nein!" zur weiblichen Genitalverstümmelung. Die außergewöhnliche Frau will nicht länger akzeptieren, dass die Gesundheit von Mädchen und Frauen einer grausamen Tradition geopfert wird - mit Erfolg.
Madame Madeleine Tolno – auch genannt "Tante Mado" – lebt in Guinea. Sie ist das einzige überlebende Kind ihrer Mutter. Fünf Geschwister starben bei der Geburt: Es traten Komplikationen auf, weil die Mutter als junges Mädchen verstümmelt worden war. Aus demselben Grund sah Madame Tolno in ihrer 25-jährigen Karriere als Hebamme unzählige Kinder und Mütter sterben und sie begann, die Praktik zu hinterfragen.
Damit sich etwas ändert, gründete Madame Tolno die "Association des Femmes pour l’Avenir des Femmes" (AFAF - Frauenvereinigung für die Zukunft der Frauen). Seit Mai 2007 arbeitet Plan in Guinea mit AFAF zusammen. Im April 2008, kaum ein Jahr nach Projektbeginn, erklärte das Dorf Koumonin im Nordwesten Guineas öffentlich, dass es Mädchen nicht länger beschneidet. Ein großer Erfolg, bedenkt man, wie tabubeladen das Thema und wie groß der gesellschaftliche Druck ist, der Tradition zu folgen.
Vier weitere Dörfer sind dem Vorbild von Koumonin inzwischen gefolgt und haben sich ebenfalls als beschneidungsfrei erklärt. Als am 6. Februar 2009 hunderte Mädchen und Frauen durch die Stadt Gueckedou marschierten, um den Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung zu feiern, hat die guineische Anti-Beschneidungs-Bewegung weiteren Auftrieb erhalten. Solch eine öffentliche Kundgebung gegen Genitalverstümmelung wäre vor Projektbeginn undenkbar gewesen.
Wie lässt sich dieser Erfolg erklären?
Plan und AFAF haben eine Alternative zur traditionellen Beschneidungszeremonie entwickelt. Während der vier Tage dauernden Zeremonie werden die Mädchen über Gesundheitsfragen rund um Schwangerschaft und Geburt aufgeklärt. Sie diskutieren über die Ehe und das Muttersein und erfahren, welche Rechte sie haben. Am letzten Tag kommen ehemalige Beschneiderinnen und die Mütter der Mädchen dazu und erzählen Geschichten von traditionellen Initiationszeremonien. Eine Feier mit Tanz und Geschenken beschließt die Frauwerdung der Mädchen offiziell.
(Quelle Plan Deutschland)
Informationen über das Land
Bevölkerungszahl: 12,6 Millionen
Landesfläche: 1.240.200 qkm
Hauptstadt: Bamako
Amtssprache: Französisch
Bruttosozialprodukt/ Kopf: US$ 296
Lebenserwartung: 49 Jahre
Alphabetisierungsrate: Frauen 33% /Männer 48 %
Zugang zu sauberem Trinkwasser: Stadt 74%/ Land 61%
Kindersterblichkeit: 222/1.000 der Neugeborenen
Mali liegt in der Sahelzone Westafrikas. Im Süden liegt der Senegal sowie der Fluss Niger, dessen Binnendelta mit fruchtbarem Schwemmland üppige Vegetation aufweist. Dort und entlang anderer Flüsse wird Landwirtschaft und Rinderzucht betrieben; über die Hälfte des Landes ist aber Teil der lebensfeindlichen Wüste Sahara. Wie viele andere afrikanische Länder war Mali nach seiner Unabhängigkeit von Frankreich 1960 zunächst ein Einparteienstaat und wurde erst 1992 eine Demokratie. Die von internationalen Geldgebern geforderten Sparmaßnahmen brachten eine Krise der Wirtschaft und des Sozialstaates mit sich. Zudem trägt das Land seit seiner Gründung zum Teil blutige Auseinandersetzungen mit den Tuareg im Norden aus. Nur zwei Prozent des Landes im Süden können für Ackerbau und Viehzucht genutzt werden: Hirse, Sorghum, Mais und Reis werden vorwiegend für den Eigenbedarf, Baumwolle, Erdnüsse und Tabak für den Export angebaut. Die Viehwirtschaft hat für die Ernährung und den Export einen hohen Stellenwert. Viele Malier arbeiten in Nachbarländern oder in Frankreich, um für den Familienunterhalt im Heimatland zusätzlich Geld zu verdienen. Plan ist eine Kinderhilfsorganisation, die mit Kindern in 49 Partnerländern arbeitet. Ziel ist die Verbesserung ihrer Lebensqualität. Darum richtet sich Plans Programmarbeit auch an die Familien und Gemeinden des Kindes und befähigt sie, sich selbst zu helfen. Kinder, Frauen und Männer sind an Planung, Durchführung und Auswertung der Projekte beteiligt. Das politisch und konfessionell unabhängige Kinderhilfswerk wird von etwa einer Million Menschen aus 17 Industrieländern unterstützt. Bei Mehreinnahmen werden Spenden für andere dringende Plan-Projekte verwendet.
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